Wie werde ich Schiedsrichter?

Schiedsrichter im Fußball - ein Hobby, das nichts kostet, aber eine Menge bringt. Und das sich eigentlich ganz einfach erlernen lässt. Der BSA Harburg bietet als Teil des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV) regelmäßig Anwärterlehrgänge für Frauen und Männer, sowie für Mädchen und Jungen ab 14 Jahren an, für die neben dem Interesse am Fußballsport die Mitgliedschaft in einem Verein notwendig ist. Der Lehrgang dauert ein Wochenende (Freitagnachmittag - Sonntagmittag) und vermittelt mit Hilfe moderner Lehrmethoden und Präsentationstechniken alles, was man wissen muss, um ein Fußballspiel leiten zu können.

Den Abschluss bildet eine schriftliche Prüfung. Ist die bestanden, warten schon die erste Spielaufträge. Im Mittelpunkt der Ausbildung stehen die 17 Fußballregeln, die von der Zahl der Spieler über Frei- und Strafstöße, Rote und Gelbe Karten bis zum Abseits die Grundlagen des Spiels darstellen. Das alles bedeutet keineswegs nur graue Theorie: Praktische Beispiele und Übungen, sowie Regelfragen, die von konkreten und alltäglichen Situationen ausgehen, bereiten die Lehrgangsteilnehmer darauf vor, ihre Kenntnisse problemlos auf dem Sportplatz anzuwenden. Und damit dort wirklich nichts schiefgeht, werden unsere neuen Schiedsrichter/innen bei ihren ersten Einsätzen von erfahrenen Kollegen begleitet.


HABEN WIR DEIN INTERESSE GEWECKT?

Wenn du Lust darauf hast, selbst einen Anwärterlehrgang zu besuchen und irgendwann einmal selber der Leiter oder Leiterin eines Fußballspiels sein möchtest, dann wende dich ganz einfach an den Schiedsrichterobmann deines Fußballvereins oder kontaktiere unseren Lehwart Joscha Tetzlaff unter lehrwesen@bsaharburg.de für nähere Informationen.

 

Vorurteile

"Schiedsrichter? Ich? Im Leben nicht! Nein, das tue ich mir nicht an."

So oder so ähnlich antworten viele Spieler über 40 Jahre, die ihr bestes Fußballeralter bereits hinter sich haben auf die Frage, ob sie nicht Schiedsrichter werden wollen.

Auf die gleiche Frage reagieren jugendliche Schiedsrichter häufig mit: "Lieber nicht, weil ich Angst vor den Reaktionen der Zuschauer habe, wenn ich Fehler mache."

Machen wir uns nichts vor: kaum ein Spiel kommt ohne Entscheidungen aus, die nicht allen Beteiligten auf oder neben dem Platz gefallen.

Und weil Fußball natürlich auch ein Spiegelbild der Gesellschaft ist, wird ein Schiedsrichter mit unterschiedlichen Charakteren und Reaktionen konfrontiert.

Somit gibt es selbstverständlich auch Spiele, die man als Schiedsrichter lieber nicht erlebt hätte. Gefühlt sind das 1% aller Spiele.
Aber 99% aller Spiele machen auch dem Schiedsrichter Spaß.

Warum sollte ich Schiedsrichter werden?

Wer als Jugendlicher den Anwärterlehrgang erfolgreich abgeschlossen hat und dann nach einem Jahr immer noch Schiedsrichter ist, stellt in aller Regel fest, dass das Selbstbewusstsein deutlich gestärkt wurde.

Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und vertreten sind Dinge, die ein Schiedsrichter lernt und ausbaut.

Werte wie zum Beispiel "Pünktlichkeit", "Verlässlichkeit" und "Respekt" vorleben und selbst erleben sind auch in allen anderen Lebensbereichen von Vorteil.

Nicht selten hören wir von unseren Jungschiedsrichtern, dass sie bei ihren Bewerbungsgesprächen im Berufsleben sehr positive Reaktionen erhalten, wenn es um ihr Hobby "Schiedsrichterei" geht.

Darüber hinaus werdet ihr erleben, welch eine großartige Gemeinschaft wir Schiedsrichter sind.

Dem ehemaligen (oder fast ehemaligen) Spieler, der seine beste Zeit als Fußballer bereits hinter sich hat, kann man zusätzlich sagen, dass man als Schiedsrichter dem Fußball "aktiv" bis ins hohe Alter treu bleiben kann. Unsere ältesten Schiedsrichter sind zwischen 70 und 80 Jahre alt.

Und wenn diese Argumente noch nicht reichen: Schiedsrichter haben unter Vorlage ihres Schiedsrichterausweises freien Eintrit zu allen Spielen auf DFB-Ebene.

Voraussetzungen

Mitgliedschaft in einem Verein
Mindestalter 14 Jahre (am Prüfungstag)
Spaß am Fußball

Wann findet der nächste Anwärterlehrgang statt, wie melde ich mich an und wer trägt die Kosten?

Unsere Anwärterlehrgänge finden meistens zwei Mal jährlich im Oktober und Januar statt. Sobald die Termine feststehen, wirst du über unsere Website darüber informiert.

Die Kosten für den Lehrgang zieht der Verband vom Verein des Anwärters ein. In aller Regel übernimmt euer Verein die Kosten (haltet hierzu vorher Rücksprache mit den Schiedsrichterobleuten eures Vereins).

Was erwartet mich beim Anwärterlehrgang?

Ziel des Lehrgangs ist es die Prüfung zu bestehen!

Und genau darauf bereiten wir euch vor: es werden alle Fußball-Regeln besprochen, mit PowerPoint-Vorträgen und Videos erklärt und immer und immer wieder mit Regelfragen gefestigt.

Was wird von mir beim Anwärterlehrgang erwartet?

Auch hier gilt: Ziel des Lehrgangs ist das Bestehen der Prüfung!

Insofern erwarten wir deine aktive Mitarbeit an den Lehrgangstagen.

Wie geht es danach für mich weiter?

Gehen wir mal vom besten Fall aus und du hast die Prüfung bestanden: dann bist du SCHIEDSRICHTER (deinen Schiedsrichterausweis sowie die erforderliche Kennung zum DFBNet beantragen wir nach bestandener Prüfung) und wir können dich einsetzen!

Das erfolgt natürlich behutsam und in enger Zusammenarbeit mit dem Schiedsrichterobmanns deines Vereins.

Es macht zum Beispiel keinen Sinn, einen 14-jährigen in seinem ersten Spiel bei den A-Junioren pfeifen zu lassen.

Empfehlenswert sind die ersten Einsätze als Assistent (ab Kreisliga), um mit erfahrenen Schiedsrichtern die Abläufe kennenzulernen.

Kurz vor Ende des Lehrgangs besprechen wir mit euch gemeinsam eure Wünsche und unsere Möglichkeit.

Aber auch hier ist unbedingt eure Eigeninitiative gefordert. Sofern ihr das Gefühl bekommt, nicht (oder zu wenig) von eurem Ansetzer berücksichtigt zu werden, kontaktiert ihn (schreiben, telefonieren oder persönlich auf den Sitzungen ansprechen).

Ihr werdet sicher schnell feststellen, ob die Schiedsrichterei dauerhaft zu eurem Hobby wird. Und wenn ihr wollt, können wir euch fördern und es klappt möglicherweise schneller als ihr denkt mit einem Aufstieg in eine höhere Klasse.

So pfeifen beispielsweise immer wieder auch bereits sehr junge Schiedsrichter bei entsprechender Leistung im Herrenbereich. Je nachdem, wie viel Zeit man bereit ist für dieses Hobby aufzubringen, sind letztlich auch Spiele weit über die Kreisgrenzen hinaus als Schiedsrichter oder Schiedsrichterassistent möglich.